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AWO Bergstraße ist Seniorenfreundlicher Betrieb

08.02.2018

Großer Bahnhof: Auf einen Schlag hat der Kreisseniorenbeirat im Bürstädter Rathaus 35 Zertifikate für seniorenfreundliche Betriebe übergeben. Foto: Thorsten Gutschalk

BÜRSTADT - Ebenerdige Eingänge, Sitzmöglichkeiten, gut lesbare Preisschilder oder eine barrierefreie Kundentoilette: Die Kriterien für die Auszeichnung waren vielfältig, doch noch unterschiedlicher sind die Betriebe, welche die Voraussetzungen des Kreisseniorenbeirates erfüllen. Frisörsalon, Auto-Werkstatt, Gaststätte und Modehaus: Insgesamt 35 Bürstädter Unternehmen dürfen sich ab sofort als seniorenfreundliche Betriebe bezeichnen.

Bei der Zertifikatsübergabe im oberen Foyer des Rathauses herrscht im wahrsten Sinne des Wortes großer Betrieb. Denn die Bescheinigung als Firma, die ihren Kunden auch im hohen Alter gerecht wird, nehmen die Geschäftsmänner- und frauen gerne persönlich in Empfang. Wie Rainer Meffert, vom Kfz-Büro Koch, Bauer und Meffert. Neben einem barrierefreien Zugang war für die TÜV-Annahmestelle auch die bequeme Sitzecke für die Kunden ein entscheidendes Kriterium für die seniorenfreundliche Einstufung. Dort wird das Warten mit Kaffee und Wasser versüßt. Ein vielleicht gewöhnlicher Service, der aber für ältere Menschen hohe Bedeutung haben kann.

LANGE LISTE VON PREISTRÄGERN

Bürstadt: Altenpflegeheim St. Elisabeth, Autohaus Jakob & Moorweiser, AWO Bergstraße, Bauernladen Kühn, Bestattungshaus Kern, Bier- und Speiselokal „Zum Pit“, Brillen-Schlange, Doll’s Metzgerei, Classica-Tankstelle, Edeka Krebs, Evangelische Kirchengemeinde, Früchte Steeg, Gaststätte Garten- und Naturfreunde, Gräf Gardinen, Katholisches Gemeindezentrum, Kids & Casuals, KFZ-Ingenieurbüro Koch, Bauer & Meffert, La Come Hair, Ökumenische Sozialstation, Pflegedienst Bergstraße, Praxis für physikalische Therapie, Raiffeisenbank Ried, Rathaus-Apotheke, Ratskeller, Reisebüro Friedle, Trend’s Florales Wohndesign, Verwaltung.

Bobstadt: Altes Rathaus, Evangelische Kirchengemeinde, Holzhandlung Blüm, Katholisches Pfarrzentrum, Spiel- und Schreibwaren Blodt.

Riedrode: Bürgerhaus, dekaform, Ela’s Lädchen.

Zuvor waren bereits das Fliesengeschäft „Platten Noll“, „Vetter Moden“ und die Volksbank in der Broschüre als seniorenfreundlich aufgeführt worden. Auch das Back- und Brauhaus „Drayß“ soll bald ein Zertifikat erhalten. (mpr)

Bisher fanden sich nur drei Bürstädter Unternehmen in der vom Kreisseniorenbeirat herausgebrachten Broschüre seniorenfreundlicher Betriebe wieder. Dass die Liste nun auf fast vierzig erweitert wird, lässt sich vor allem auf einen Namen zurückführen: Siegfried Gebhardt. Das Mitglied des Kreisseniorenbeirates klopfte im vergangenen Jahr an die Pforten zahlreicher Firmen, die die Voraussetzungen erfüllen, ohne es zu wissen. Und so dauerte es nicht lange, um die Läden und Geschäfte vom Sinn des Zertifikats zu überzeugen.

Landrat lobt Anpassung an demografischen Wandel

Ein Schritt, der laut Landrat Christian Engelhardt in Zeiten des demografischen Wandels nicht nur aus sozialer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht, wohl überlegt ist. „Unsere Gesellschaft wird immer älter, aber die Älteren sind auch aktiver als je zuvor. Sie sind nicht nur bewusste Verbraucher, sondern auch wichtige Konsumenten“, betont Engelhardt. Von daher sei es sehr klug, sich als Unternehmen auf sie einzustellen. Diese Ausrichtung auf spezielle Bedürfnisse, wie zum Beispiel auch ein Taxi-Service oder ein Parkplatz für Rollatoren, könne man nach außen hin sichtbar machen – und somit vielleicht weitere Unternehmen zum Umdenken animieren.

„Was für Senioren gut ist, ist auch für Familien gut. Es darf auch in Geschäften keine Ausgrenzungen geben, es geht um Teilhabe“, freut sich Bürgermeisterin Bärbel Schader, dass so viele Betriebe den Kriterien entsprechen. Um ältere Kunden, Rollstuhlfahrer und junge Familien mit Kinderwagen gleichermaßen willkommen zu heißen, hat beispielsweise die Bobstädter Holzhandlung Blüm extra eine Rampe am Eingang montieren lassen. „Nicht nur Senioren, auch Eltern mit kleinen Kindern freuen sich darüber“, weiß Geschäftsinhaberin Claudia Blüm.

Einen ebenerdigen Zugang und eine Toilette ohne Stufen hat Peter Pit in seinem Bier- und Speiselokal ohnehin. Aber auch der generationenübergreifende Gedanke kommt in seiner Kneipe nicht zu kurz. „Ich habe ein Publikum von 17 Jahren bis Mitte 90. Bei mir sitzen manchmal die verschiedensten Altersklassen zusammen. Ich finde das für beide Seiten interessant“, sagt er. Er freut sich, dass sein Lokal „Zum Pit“ nun nicht mehr nur inoffiziell, sondern auch offiziell als Tipp für Jung und Alt gesehen wird.

 

(c) Bürstädter Zeitung, 25.01.2018

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: AWO Bergstraße ist Seniorenfreundlicher Betrieb