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Gemeinsam Lösungen finden

09.11.2016

Lampertheim. Weil sich die Achtklässler in nicht allzu ferner Zukunft beruflich orientieren müssen und den Lebensabschnitt Schule abschließen, wird jährlich ein Realschultag von der "Kooperation Lampertheim" veranstaltet. Das ist eine Arbeitsgemeinschaft von Institutionen innerhalb der Stadt Lampertheim, die Jugendhilfeangebote leisten. Die Kooperation deckt arbeitsinhaltlich eine große Spannbreite an Problemfeldern ab, wie Berufshilfeangebote, psychologische Beratung und Betreuung, freizeitpädagogische Maßnahmen und außerschulische Bildung.

 

Gestern fand der Projekttag zum zwölften Mal statt. Rund 90 Jugendliche der Alfred-Delp-Schule nutzten das Angebot in der Zehntscheune. Nach der Informationsveranstaltung wurde gruppenweise in den einzelnen Institutionen gearbeitet. "Ihr könnt die verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen kennenlernen, Kontakte knüpfen und Schwellenängste abbauen sowie durch eine aktive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Problemfeldern eigene Standpunkte finden", erklärte Manfred Scholz vom Fachdienst Bildung. In Vertretung des Bürgermeisters Gottfried Störmer eröffnete Scholz den Projekttag.

Silke Reis von der Jugendförderung startete den Rundlauf für die Jugendlichen und achtete auf einen zeitgleichen Wechsel. Die einzelnen Stationen, an denen die Mitarbeiter über ihre Arbeit informierten, waren im Halbkreis angeordnet. Tatjana Maier-Borst vom Diakonischen Werk erklärte die Tätigkeit der Jugendberufshilfe. Es wurden Tipps für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen und für die optimale Vorbereitung eines Vorstellungsgesprächs gegeben.

 

 

 

Offene Sprechstunden

"In der Lampertheimer Außenstelle Wilhelmstraße 60 erarbeiten wir alles rund um die Jugendgerichtshilfe", erläuterte Jürgen Polom. Er berichtete über die offene Sprechstunde dienstags von 14 bis 16 Uhr. "Mit wie vielen Jahren ist man strafmündig?", wollte Polom vom Regionalteam der Jugendgerichtshilfe Kreis Bergstraße wissen. Seine Antwort: Heute ist man mit 14 Jahren strafmündig.

"Ihr könnt in der Beratungsstelle anrufen und vorbeikommen. Ihr könnt mit allen Themen zu uns kommen. Und wir werden zusammen mit euch eine Lösung finden", sagte Tanja Leonhardt von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Kreises Bergstraße. Sie machte den Mädchen und Jungen Mut: "Wir sind eine freiwillige Einrichtung, außerdem kostenlos, und wir unterliegen der Schweigepflicht." Leonhardt brachte den Vorschlag, in einer Gruppe direkt in die Blücherstraße 26 zu gehen, um vor Ort die Mitarbeiter kennenzulernen.

Einen Überblick über der Leistungsvielfalt der AWO Jugend- und Suchtberatung Prisma gab Michael Niedermayr. Von Pro Familia waren Steffen Brammer, Sabine Vormweg und Praktikantin Karolin Rumpf gekommen. Sie erklärten, dass in der Bensheimer Einrichtung eine Paar- und Sexualberatung geleistet wird. Weiterhin eine Schwangerenberatung und eine Schwangerenkonfliktberatung.

Die Schuldnerberatung Kreis Bergstraße war durch Heike Bamberg vertreten und der Kinder- und Jugendschutz durch Kimon Moisidis. Dieter Müller, Jugendkoordinator des Polizeipräsidiums Südhessen, warnte die Schüler unter anderem vor dem illegalen Herunterladen von Musik im Internet. Großen Anklang fanden die Gespräche am Infotisch der Jugendförderung. Hier wurde vor allem über die Freizeitaktionen gesprochen. Auszubildende Michelle Jäger stand Rede und Antwort über den Jugendbeirat und Praktikantin Linda Herd erklärte das Ferienprogramm Ü12. Doch dann kam für die Jugendlichen die Qual der Wahl, in welcher Jugendhilfeeinrichtung sie hospitieren möchten.

© Südhessen Morgen, Mittwoch, 09.11.2016 , Rosi Israel

 

Foto: Informationstag für Lampertheimer Realschüler in der Zehntscheune: Michael Niedermayr von der Suchtberatung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Kreis Bergstraße im Gespräch mit Jugendlichen.